Die irische Datenschutzkommission (Data Protection Commission, DPC) hat gegen die Video-Plattform TikTok eine Geldstrafe in Höhe von 530 Millionen Euro verhängt. Der Grund: wiederholte und schwerweigende Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union, vor allem im Umgang mit personenbezogenen Daten von Kindern und Jugendlichen.
Kritik am Schutz junger Nutzerinnen und Nutzer
Laut den Untersuchungen der DPC war bei TikTok das öffentliche Nutzerprofil standardmäßig aktiviert – auch bei Konten Minderjähriger . Somit konnten persönliche Informationen ohne Zustimmung der Betroffenen öffentlich sichtbar sein. Auch die Funktion „Family Pairing“, die eigentlich dazu dienen sollte, Eltern mehr Kontrolle über die Nutzung der App durch ihre Kinder zu geben, wurde als unzureichend gesichert eingestuft.
„TikTok hat es versäumt, geeignete technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz minderjähriger Nutzer zu ergreifen“, heißt es im Abschlussbericht der Behörde.
— Quelle: datenschutzticker.de
Verstoß gegen zentrale Prinzipien der DSGVO
Die Datenschutzkommission wirft TikTok Verstöße gegen mehrere Artikel der DSGVO vor:
- Artikel 5: Grundsätze der Datenverarbeitung
- Artikel 6: Rechtmäßigkeit der Verarbeitung
- Artikel 12 & 13: Informationspflichten gegenüber betroffenen Personen
- Artikel 25: Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen
Die Untersuchung zeigte, dass TikTok vor allem zwischen Juli und Dezember 2020 keine angemessenen Maßnahmen getroffen hatte, um die Daten junger Nutzerinnen und Nutzer DSGVO-konform zu schützen.
Auch die Tagesschau berichtet, dass TikTok durch mangelhafte Transparenz und voreingestellte Öffentlichkeitsfunktionen gegen die Pflicht zur Datensparsamkeit verstoßen habe.
TikToks Reaktion auf die Vorwürfe
TikTok teilte mit, dass das Unternehmen die Entscheidung der Datenschutzbehörde nicht gut findet, sich aber an die neuen Vorgaben halten will. Die App-Betreiber sagen, sie würden schon länger daran arbeiten, die Privatsphäre-Einstellungen besser zu machen. Viele Datenschützerinnen und Datenschützer in Europa sehen die Strafe trotzdem als wichtiges Zeichen: Auch große Internetfirmen müssen sich an Regeln halten.
„Diese Strafe macht deutlich, dass die Rechte junger Menschen im digitalen Raum nicht verhandelbar sind.“
— Quelle: Spiegel
TikTok ist kein vertrauenswürdiges Unternehmen mehr
Durch diese Entscheidung gehört TikTok nun zu mehreren großen Firmen, die wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Regeln der EU eine hohe Strafe bekommen haben. Die hohe Geldstrafe zeigt, dass der Schutz persönlicher Daten für europäische Behörden sehr wichtig ist – besonders, wenn es um Kinder und Jugendliche geht.
Weitere Informationen finden sich auch bei der Deutschen Welle und der Zeit.
Fazit: Die Rekordstrafe gegen TikTok zeigt, dass Datenschutz ein wichtiges Grundrecht ist – vor allem für junge Menschen, die im Bereich Social Media noch sehr unerfahren und ungeschützt sind.
Was denkt ihr über die Strafe? Fühlt ihr euch ausreichend durch Social-Media-Plattformen geschützt oder braucht es bessere und strengere Gesetze? Über eine Rückmeldung in den Kommentaren oder eine Bewertung würde ich mich sehr freuen.
Quellen
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(weitere Quellen im Beitrag selbst angegeben)
